heilpflanzenlexikon

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Alle Informationen des Heilpflanzen-Lexikon vermitteln nur einen allgemeinen Überblick über die Verwendung gebräuchlicher Heilpflanzen und können keinesfalls eine Beratung durch Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker ersetzen. Eine sinnvolle Therapie ist nur unter Berücksichtigung aller individuellen Besonderheiten, z.B. Art und Dauer der Beschwerden, Begleiterkrankungen usw. möglich, worauf nur in einem persönlichen Gespräch mit einer fachkundigen Person eingegangen werden kann. Beachten Sie bitte auch die unter “Wichtige Hinweise!“ genannten Anwendungsbeschränkungen! Viel Spass beim Blättern in unserem Heilpflanzen-Lexikon.

 

 

 

Ackerschachtelhalm
Pflanze: Equisetum arvense L.
Familie: Equisetum-Arten Equisetaceae


Ackerschachtelhalm
Der zu den farnartigen Gewächsen gehörende Ackerschachtelhalm ist entwicklungsgeschichtlich eine sehr alte Pflanze. Die Vermehrung erfolgt durch Sporen. Dazu treibt die einjährige Pflanze im Frühjahr fruchtbare, hellbraune bis rötliche Sprosse, im Sommer unfruchtbare, grüne Sprosse mit quirlig angeordneten Seitenästen. Medizinisch verwendet werden die grünen Sprossen. Wegen seines hohen Gehaltes an Kieselsäure wurde der Ackerschachtelhalm früher zum Putzen von Zinn verwendet, daher ist die Pflanze auch als Zinnkraut bekannt. An feuchten Standorten kann der Ackerschachtelhalm leicht mit dem Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) verwechselt werden, der aufgrund seines Alkaloidgehaltes als giftig gilt.

 
 
Herkunft:

Der Ackerschachtelhalm ist über ganz Europa, Asien, Nordamerika bis in die arktischen Gebiete hinein verbreitet.

Die Droge wird hauptsächlich aus China importiert.

Synonyme:

Bandwisch

Katzenschwanz

Katzenwedel

Pferdeschwanz

Schachtelhalm

Schafheu

Schafstroh

Scheuergrass

Zinngras

Zinnkraut

Anwendung:

Förderung der Harnausscheidung
Entzündungen der Harnwege
Nierengries
Ödeme
Wundheilung
Haut, Haare, Nägel
  Legende

Ackerschachtelhalmkraut enthält mineralische Bestandteile, wobei Kieselsäure und Kaliumsalze den mengenmäßig größten Anteil ausmachen, und Flavonoide, die diuretisch wirken sollen.

Innerlich genommen werden
Zubereitungen aus dem Kraut zur Durchspültherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, bei Nierengrieß und zur Behandlung von Ödemen infolge von Verletzungen verwendet.

Äußerlich in Form von Bädern oder Umschlägen zur Förderung der Wundheilung.

Die Kieselsäure soll eine Stärkung des Bindegewebes sowie der Haare und Nägel bewirken.
Zubereitungen aus dem Ackerschachtelhalm werden daher häufig auch in der Kosmetik verwendet.

Bis auf die schwach
diuretische Wirkung ist die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten nicht belegt.


Dosierung:

Tee:
2 bis 3 Teelöffel (entsprechend 2 bis 4 g getrocknetes Schachtelhalmkraut) werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und etwa 5 Minuten gekocht. Der Sud wird nach 15 Minuten abgeseiht. Mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Mittlere Tagesdosis: 6 g

Umschläge:

Für Umschläge werden 10g Schachtelhalmkraut auf 1 l Wasser verwendet und wie bei der Teebereitung beschrieben zubereitet.

Bäder:
Schachtelhalmkraut mit heißem Wasser über eine Stunde ansetzen, abgeseiht dem Bad zugeben. Die Konzentration soll ca. 2 g pro Liter Wasser betragen.

Zubereitungen:

Ackerschachtelhalmkraut ist als Tee oder Bestandteil von Teemischungen erhältlich, ferner in einigen Fertigarzneimitteln aus der Gruppe der Diuretika.

Das Kraut wird auch in der Kosmetikindustrie verwendet.

Hinweise:

Nicht anwenden bei Ödemen, die auf unzureichende Herz- oder Nierentätigkeit zurückzuführen ist!

Nicht bei Kindern und Säuglingen ohne ärztlichen Rat
anwenden!

Innerliche
Anwendung:

Bei einer Durchspülungstherapie ist auf ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit zu achten (keine alkoholischen oder coffeinhaltigen Getränke!)
Ackerschachtelhalmkraut enthält Thiaminase, die den Abbau von Vitamin B1 = Thiamin bewirkt. Bei langdauernder
Anwendung höherer Dosen ist die Entwicklung eines Vitamin B1-Mangels denkbar.

Äußerliche Anwendung:
Keine
Anwendung von Vollbädern bei größeren Hautverletzungen oder akuten unklaren Hauterkrankungen, bei schweren fieberhaften oder infektiösen Erkrankungen, ferner bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz!

Mehr Bilder:

Ackerschachtelhalm Equisetum arvense L.

Ackerschachtelhalm Equisetum arvense L. 2

Ackerschachtelhalm Equisetum arvense L. 3

Ackerschachtelhalm Equisetum arvense L. 4

Ackerschachtelhalm Equisetum arvense L. 5

 

Adonisröschen
Pflanze: Adonis vernalis L.
Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)

Adonisroeschen Giftpflanze!

Das (Frühlings-) Adonisröschen ist eine bis zu 40 cm hoch wachsende, ausdauernde Staude mit aufrechten Stängeln. Die einzeln, endständig sitzenden, zitronengelben Blüten haben einen Durchmesser von 4 bis 7 cm und besitzen den höchsten Gehalt an den giftig wirkenden herzwirksamen Glykosiden. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile.
Verwechslungen können sich mit den ebenfalls
giftigen Sommer- oder Herbstadonisröschen (A. aestivalis bzw. autumnalis) ergeben, deren Blüten allerdings rot gefärbt sind.

Die Pflanze steht unter Naturschutz!

 

Herkunft:

Das Adonisröschen stammt aus Osteuropa, sie wächst nördlich bis hin zum Zentralural. In Deutschland wächst die Pflanze vereinzelt in Steppengebieten

Synonyme:

Böhmische Nieswurz

Falsche Hellebore

Falsche Nieswurz

Frühlings-Adonisröschen

Frühlingsröschen

Frühlingsteufelsauge

Sommerröschen

Sommerteufelsauge

Teufelsauge

Anwendung:

Die oberirdischen Pflanzenteile enthalten ein Gemisch aus verschiedenen herzwirksamen Glykosiden, die die Herzleistung verbessern und zumindest im Tierversuch venentonisierend wirken und werden bei leichter Herzleistungsschwäche vor allem mit nervöser Begleitsymptomatik meist in Kombination mit anderen herzwirksamen Drogen eingesetzt (s. auch Fingerhut, Maiglöckchen). Solche Arzneimittel sind noch unter gesetzlichen Übergangsvorschriften erhältlich, da die Untersuchungen zu Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit noch nicht abgeschlossen sind.
Eine nachlassende Herzleistung ist kein Beschwerdebild, das im Rahmen einer Selbstmedikation behandelt werden kann! (
s. Hinweis).

Dosierung:

Bei Arzneipflanzen, die herzwirksame Glykoside enthalten, ist die therapeutische Breite gering, es sollten daher nur Zubereitungen eingenommen werden, die auf einen bestimmten Gehalt an diesen Wirkstoffen eingestellt sind.

Zubereitungen:

Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Kardiaka.

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern anwenden!

Nicht anwenden, wenn bereits ein anderes Arzneimittel eingenommen wird, das Herzglykoside enthält!

Nicht anwenden bei schwereren Störungen der Herzleistung (Herzinsuffizienz NYHA III und IV)!

Nicht anwenden bei zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) oder ventrikulären Tachykardien!

Nicht anwenden bei Störungen des Elektrolythaushalts wie zu hohe Calciumblutspiegel oder zu niedrige Kaliumblutspiegel!
Bei Hyperkalzämie oder Hypokaliämie werden die toxischen Wirkungen verstärkt.

Vor Beginn einer Selbstbehandlung müssen die Beschwerden erst durch einen Arzt abgeklärt werden. Bei der Herzinsuffizienz z.B. handelt es sich um eine ernste Erkrankung, für die wesentlich wirkungsvollere Medikamente zur Verfügung stehen. Zur Vorbeugung oder bei plötzlichen Beschwerden eingenommen sind solche pflanzlichen Zubereitungen nutzlos.

Wechselwirkungen:
Gefährliche Wechselwirkungen können bei gleichzeitiger Behandlung mit Medikamenten entstehen, die den Elektrolythaushalt stören können, z.B. Diuretika, best. Abführmittel oder Glucokortikoide oder Medikamente, die auf den Herzschlagrhythmus wirken, wie z.B. Chinidin. Informieren Sie sich vor Behandlung bei Ihrem Arzt oder Apotheker!

Vergiftung:
Eine Vergiftung oder Überdosierung äußert sich ähnlich der Digitalisvergiftung (s. Fingerhut) zunächst in Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Störungen des Farbsehens und raschem Puls. Schwere Vergiftungen führen zunächst zu Blutdrucksteigerung, dann -abfall und Herzrhythmusstörungen. Der Tod tritt schließlich durch Kammerflimmern ein.

 

Akelei, Gemeine
Pflanze: Aquilegia vulgaris L.
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Akelei aquilegia vulgaris Die bis zu 60 cm hoch wachsende Gemeine Akelei ist in verschiedenen Formen und Blütenfarben als Gartenpflanze beliebt. Die traubig angeordneten, glockenförmigen Blüten sind dukelblau, dunkelviolett, rosa oder weiß gefärbt.
Zumindest die frische Pflanze enthält cyanogene Glykoside und kann zu
Vergiftungen führen!

Die Wildvorkommen stehen unter Artenschutz

 

 

 

 

Herkunft:

Die Akelei ist in Mittel- und Südeuropa beheimatet.

Synonyme:

Adlerblume

Glockenblume

Handschuh

Harlekinsblume

Hoselätzli

Klockenblume

Narrenkappen

Schlotterhose

Waldakelei

Weiberkappen

Anwendung:

Die Inhaltsstoffe der Gemeinen Akelei sind bisher nur unzureichend untersucht, so dass keine Anwendung empfohlen werden kann. Die Pflanze enthält in geringen Mengen cyanogene Glykoside, die möglicherweise zu Vergiftungen führen können.

Dosierung:

Keine Empfehlung möglich.

Zubereitungen:

Homöopathische Zubereitungen.

Hinweise:

Zumindest die Frischpflanze enthält cyanogene (Blausäure bildende) Glykoside, Vergiftungen sind aber vermutlich wegen der geringen Menge selten. Da zu Wirkung und Sicherheit einer Anwendung keine Daten vorliegen, kann ein Gebrauch der Akelei nicht empfohlen werden.Hinweise:

Akelei aquilegia vulgaris 1

Akelei aquilegia vulgaris 2

Akelei aquilegia vulgaris 3

 

Alant
Pflanze: Inula helenium L.
Familie: Korblütengewächse (Asteraceae = Compositae)

Alant
Der Alant ist eine bis zu 1.8 m hoch wachsende, ausdauernde Staude. Die intensiv gelben Blüten bestehen aus sehr schmalen Zungen- und vielen kleinen Röhrenblüten. Die großen, derben Laubblätter sind fein gezähnt und an der Unterseite filzig behaart.
Die Pflanze wirkt stark allergen und kann schwere Hautausschläge (Kontaktdermatitis) verursachen!



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